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Predigt des P. Provinzials

Die Lesungen des heutigen Sonntags sind wie geschaffen, um eine Gelübdefeier zu deuten und zu vertiefen. Die Texte möchten uns zum Kern unseres Christseins hinführen und damit auch zur Mitte unseres Ordenslebens. Denn das Ordenslebens will zunächst nur das eine, die Berufung zum Christsein ernstnehmen und mit dieser Berufung ernst machen. Christsein heißt ja nicht, eine Lehre anhangen; heißt nicht: mit ein paar christlichen Ideen und Grundsätzen leben; es heißt: leben mit einem, der lebt (vgl. Klaus Hemmerle), der bei uns ist; mit ihm Gemeinschaft haben. Wohl kaum ein Wort kann diese Verbundenheit mit Christus treffender wiedergeben als das Wort „Freundschaft“, wovon das heutige Evangelium spricht. „Ihr seid meine Freunde“, sagt Jesus zu den Seinen und meint damit alle (Mit-)Glieder seiner Gemeinde, nicht nur gewisse Repräsentanten. Dadurch wird jedoch nicht die Möglichkeit abgelehnt, das, was von allen und jedem Christen gilt, in exemplarischer und konzentrierter (verdichteter) Weise auf die anzuwenden, die bewußt und entschieden ihren Lebensweg in der Nachfolge Christi gehen wollen, nämlich die Ordensleute.

Diese Aussage Christi: „Ihr seid meine Freunde“, enthüllt die Innenseite jeder geistlichen Berufung. Denn Jesus und seine Botschaftsind so geartet, dass sie nur „persönlich“, durch Personen, vertreten werden können. Das hat zur Folge, dass Jesus mehr als alles andere Freunde und Freundinnen benötigt, sucht und wirbt, also Menschen, die sich von ihm faszinieren lassen und die von ihm begeistert sind. Alles, was geringer ist als eine Verbundenheit in Freundschaft, entspricht ihm nicht und wird einem Lebenmit ihm nicht gerecht. Ordensleute haben nun In-christus- Verliebte zu sein, die sich von ihm geliebt wissen und die sich nun einen Lebensstil und einen Lebensrhythmus schaffen, der sie immer wieder neu mit dem in Kontakt bringt, den sie suchen und lieben.

P. Werner Prawdzik, SVD

Sankt Augustin feierte Ewige Gelübde

Am 28. Mai 2000, während der heiligen Messe um 9.15 Uhr, in der Kirche unseres Missionspriesterseminars, hat einer von uns - Frater Dwi Kristiyono Norbertus - seine ewigen Gelübde vor Pater Provinzial Werner Prawdzik abgelegt.

Norbertus (bekannt unter dem Namen Krist) wurde am 6. Juni 1972 in Yogyakarta, dem Zentrum der javanischen Kultur, geboren. Er ist wie er selber sagt - ein echter javanischer Junge, weil seine beiden Eltern Javaner sind.

Krist ging schon mit 5 Jahren zur Grundschule und dann zum Gymnasium, wo er viele Kontakte mit Priestern in einer Pfarrei hatte. Aus diesen Kontakten entstand bei ihm zum ersten Mal der Wunsch, Priester zu werden. Später lernte er 4 Jahre bei den Jesuiten im Knabenseminar. Dieser Orden hat ihm gefallen, aber er wollte gern Missionar werden. Die Steyler Missionare kannte er damals noch nicht. Eines Tages fand er eine Broschüre über unsere Gesellschaft in einer Bibliothek, und aufgrund dieser Broschüre interessierte er sich für unseren Orden. Er traf die Entscheidung und ging in das Noviziat der Steyler Missionare in Malang. Nach dem Noviziat studierte er Philosophie und Theologie an der philosophisch-theologischen Hochschule „ Widya Sasana“ in Malang, Ost-Java. Im vierten Semester gab es die Möglichkeit sein weiteres Studium in Deutschland fortzusetzen, und er hat sich entschieden diese Einladung anzunehmen. Am 9. September 1996 ist er nach Sankt Augustin gekommen. Nach dem Sprachkurs fing er mit dem Studium an. Im Juli 2000 hat er noch die letzten Prüfungen, die sein Studium an unserer Hochschule abschließen sollen.

Wir wünschen Krist alles Gute und viel Erfolg auf seinem Lebensweg als Steyler Missionar, wo auch immer er arbeiten wird.